Mittwoch, 23. April 2014

Die Zickerschen Berge

Ein Bericht von T. Seegert

Groß Zicker. (RO) Zu den sehenswerten Landschaften Rügens zählt Mönchgut. Die Halbinsel im Südosten des Eilandes ist durch seine abwechslungsreiche Vielfalt auch bei Wanderern sehr beliebt.  
Bewusst haben wir uns zu einer Erkundung der Halbinsel entschieden. Sie verdankt ihre eigenwillige Landschaft der Eiszeit und lädt mit den Höhenzügen der „Zickerschen Berge“, den schroffen Tälern und der Küste des Greifswalder Boddens zu einer Exkursion.
Unser Ziel ist dabei zunächst Groß Zicker. Das Dorf liegt unterhalb des 66 Meter hohen Bakenbergs und geht auf eine alte slawische Siedlung zurück, die man heute namentlich mit Meisenort übersetzen könnte. Linkerhand befindet sich im Ortseingangsbereich der letzte Parkplatz. Von hier aus führt uns der Weg zunächst an die Dorfkirche.

Die Kirche von Groß Zicker

Das im klassischen Backstein erbaute Gotteshaus verfügt über ein Feldsteinfundament und einen markanten Turm aus Fachwerk, welches mit Holz verschalt ist. Der Bau ist frei zugänglich und besticht durch die Schlichtheit seiner Ausstattung.
Weiter geht es auf der gepflasterten Dorfstraße, die von vielen – mit Rohr gedeckten – Häusern gesäumt wird, bis zum Pfarrwitwenhaus.

Das Pfarrwitwenhaus
Hierbei handelt es sich um ein eingeschossiges verputztes Fachwerkhaus (Sachsenhaus). Der regelmäßig zu pflegende Teil der Fachungen bietet an einer Stelle, die witterungsbedingt aufgebrochen ist, einen Blick auf die Fachung mit den Lehmstaken. Das Gebäude ist ebenfalls zugänglich.
Unsere Exkursion geht weiter durch den Ort bis zum Gasthaus „Taun Hövt“. Hier beginnt das Naturschutzgebiet Mönchgut mit seiner Teilfläche Zicker. Nun müssen auch Radfahrer auf ihren geliebten „Drahtesel“ verzichten, um einen einzigartigen Lebensraum zu schützen. Denn die Zickerschen Berge gehören zu einem der niederschlagärmsten Gebiete der deutschen Ostseeküste. So konnte ein etwa 300 ha großes Trockenrasengebiet entstehen, dass durch Beweidung und Boden (von Kreide über Sand bis Geschiebemergel) auch einen Artenreichtum hervorgebracht hat. Grasnelke, Bergsandglöckchen, Frauenflachs, Großer Ehrenpreis oder Johanniskraut – hier kann man sie finden! Ein Weg führt hinauf zu den Zickerschen Bergen. Die auf den Anhöhen befindlichen Bänke laden zu einer Rast und bieten dazu einen weiten Blick über das Land. Die Bestimmung des Kirchturms von Bergen ist genauso unkompliziert, wie das Erkennen des Jagdschlosses Granitz.
Wahlweise lässt sich der Weg nach Gager oder der Weg zum Nonnenloch und Svantigard - am Zickerschen Höft – einschlagen. Beide Wanderwege haben ihre Reize. Wir haben uns letztlich für den Weg zum Nonnenloch entschieden. Wohl, weil andere Wanderer meinten, dass sich hier in grauer Vorzeit die Nonnen aus Bergen mit den Mönchen der Halbinsel verabredet hätten. Die Geschichte klang gut und die Landschaft hatte uns mit ihren Reizen belohnt...

Blick über Groß Zicker nach Klein Zicker
Geübten Wanderern kann auch eine Umrundung des Zickerschen Höft´s empfohlen werden. Dies ist allerdings auch von der dafür benötigten Zeit abhängig. Wir denken, eine Wanderung vom Parkplatz direkt zum (ausgeschilderten) Bakenberg, den Kammweg über die Zickerschen Berge in Richtung Nonnenloch und zurück nach Groß Zicker erfüllen mit 8 Kilometern auch anspruchsvollere Wanderer. Dies liegt aber immer im Ermessen des Aktiven. Zu bedenken ist, dass in jedem Falle – durch die sandigen Auf- und Abstiege – an festes Schuhwerk gedacht wird. Eine Rast sollte, wie beschrieben, vorgesehen werden. Dann steht auch dem Erlebnis einer Erkundung nichts mehr im Weg.