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Dr. Detlev Drenckhahn wird Ehrenpräsident (Foto: Susann Flade /Nationalparkzentrum Königsstuhl)
Sassnitz. (RO) Der Stiftungsrats-Vorsitzende des WWF Deutschland, Dr. Valentin von Massow, überreichte seinem Vorgänger, dem Rüganer Prof. Dr. Detlev Drenckhahn, die Urkunde für eine besondere Ehre: Er wird den Titel des Ehrenpräsidenten tragen.

Zu den ersten Gratulanten für Herrn Prof. Dr. Drenckhhahn gehörte der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht und Stadtpräsident Norbert Thomas sowie der Geschäftsführer des Nationalpark-Zentrums Köhnigsstuhl Mark Ehlers.

Wie aus einer Pressemitteilung des Nationalparkzentrums Königsstuhl hervorgeht, gelang es unter der langjährigen Führung von Prof. Dr. Detlev Drenckhahn Naturschutzaktivitäten und Fördererzahlen mehr als zu verdoppelt. Ferner heißt es: "Der Ornithologe, Botaniker und Mediziner hat u.a. das Amazonas-Schutzgebiet Juruena mitbegründet, einen von internationalen Geldgebern aufgebauten Naturfonds in Mozambique initiiert und den Natur- und Umweltschutz in Deutschland entscheidend vorangetrieben. Drenckhahn ist zudem ein Wegbereiter des Nationalparks Wattenmeer und leitet als Vorsitzender den Aufsichtsrat des Nationalpark-Zentrums KÖNIGSSTUHL auf Rügen."

Wie von Massow anlässlich der Ernennung zum Ehrenpräsidenten betonte, hat sich WWF Deutschland dank Drenckhahns Wirken zu einer der national und international bedeutendsten Natur- und Umweltschutzorganisationen entwickelt. Weiterhin sei seine Arbeit und sein Engagement für viele Menschen motivierend gewesen, um Verantwortung zu übernehmen. Von Massow dazu:

Detlev Drenckhahn hat sich als großer Visionär um den WWF verdient gemacht. Er hat unterschiedlichste Menschen zusammengebracht, um sie für den Naturschutz zu begeistern. Er hat rastlos daran gearbeitet, den Schutz der Natur und Umwelt als gesellschaftliche Aufgabe im Denken und Handeln vieler Menschen in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu verankern."

3.333.333. Gast reiste aus Thüringen an (Foto: NPZ)

Sassnitz. (RO) Zu den beliebtesten Ausflugs- und Wanderzielen der Insel zählt zweifellos der Königsstuhl mit seinem Nationalpark-Zentrum (NPZ). Nun konnte hier auch der 3.333.333. Gast in der Stubnitz begrüßt werden - es war Stefanie Thormann. Mit ihrem Lebensgefährten Martin Soujan und Töchterchen besuchte sie am 1. Juni 2016 die Einrichtung, die vor 12 Jahren eröffnet wurde. Und - obgleich es sich dabei um eine Schnapszahl handelte - wurden die Thüringer dann zu einem kostenfreien Besuch und Essen eingeladen. 

Gratulant Markus Ehlert, der Geschäftsführer des Nationalpark-Zentrums, anlässlich des Besuches: „Der große Erfolg des Zentrums ist vor allem auch das Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit unseren Partnern, allen voran der Stadt Sassnitz und dem Nationalparkamt. Vor allem danke ich aber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor und hinter den Kulissen für ihren täglichen Einsatz, der den Gästen einen unbeschwerten, erlebnisreichen und informativen Aufenthalt im Nationalpark Jasmund ermöglicht.“

Gustow. (RO) Ungewöhnliche Zeitzeugen können einem auf Wanderungen so ziemlich überall auf der Insel Rügen begegenen: Zum Beispiel Denk- und Sühnesteine. Aus Kalk- oder Granitstein gefertigt, lassen sie heute auch einen Blick in die Vergangenheit zu. Schon die Wappendarstellungen und Inschriften lassen darauf schließen, dass deren Anfertigung einmal eine kostspielige Angelegenheit gewesen sein musste. Und so verwundert es nicht, dass es Ihre Auftraggeber meist Adlige oder Patrizier waren.

Die eigentliche Mordwange, eine hochrechteckige Tafel, verfügt über ein rundes oder vieleckiges Kopfstück. Oft wird hier der Kruzifix oder die „Kleine Kreuzigung“ zentral dargestellt. Während zu Füßen des Kreuzes der Verstorbene zur Abbildung kommt. Vielfach ist er durch Totschlag ums Leben gekommen. Durch die Gebetsformel „misere mei deus“ wird er als die Person gekennzeichnet, für den das Mal erreichtet wurde und für den Vorübergehende ein Gebet für sein Seelenheil sprechen sollten.
Die Inschriften können sowohl in lateinisch (bei älteren Mordwangen) als auch in niederdeutsch abgefasst sein. Berichtet wird u.a. der Name des Verstorbenen, Todesdatum und Umstände – mitunter auch vom Stifter. Da die Totschläger nicht genannt werden und auch bei den bekannten Mordwangen keine Urkunden erhalten geblieben sind, ist noch unklar, ob es sich bei den Stelen um Sühne- oder Gedächtnissteine handelt. Beides ist möglich.
Zu den bekanntesten Mordwangen der Insel zählt die Stele von Gustow. Sie wurde nördlich der Kirche aus Granit errichtet. Auf der Frontseite wurden Umrisse eines Kruzifix mit zwei Engeln und davor ein kniender Mann mit Schwert auf dem Kopf eingemeißelt. Daneben befindlichen sich ein Kelch und ein Wappen mit Hausmarke.
Eine weitere Mordwange – aus Kalkstein – befindet sich an der Ostwand der Kirche von Gingst. Allerdings wurde die ursprüngliche Oberfläche abgetragen und mit einer neuen Inschrift versehen, so dass sie durch den Auftraggeber zum Grabstein für Alexander Moritz von der Osten und seine Frau Eva Barbara umfunktioniert wurde. Wer seinen Ausflug nach Gingst über Schaprode fortführt, wird auch hier fündig. Am nördlichen Dorfausgang gibt es eine hochrechteckige Wange, dessen oberer Teil als runde Scheibe mit kleinen kreisrunden Ansätzen ausgeführt wurde. Obgleich bereits eine starke Verwitterung eingetreten ist, kann noch von einer Darstellung eines Kruzifix ausgegangen werden. Die versuchte Deutung der Inschrift durch von Lemcke wird heute als nicht mehr haltbar angesehen.
Die Mordwanden sind heute als Denkmale unter Schutz gestellt. Schade ist, dass Einheimische wie Wanderer sich der Außergewöhnlichkeit dieser Zeitzeugen kaum bewusst sind und achtlos an ihnen vorüber ziehen.