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Ein Bericht von Dirk Liedtke

Stralsund. (RO) Im Oktober 2007 weihten hunderttausende Besucher die neue Rügenbrücke mit einem überragenden Festwochenende ein. Nach gut zehn jähriger Planungs- und dreijähriger Bauzeit war die 4 100 Meter lange, aus 8 Einzelbrücken gefertigte größte Brücke Deutschlands fertig gestellt. Der Clou für die Bürger: am Festwochenende konnte das Bauwerk zuerst von Fußgängern überquert werden.
Am Sonntagvormittag jedoch gehörte die Rügenbrücke uns Volksläufern. Ich sah Leute wieder, die ich seit einer Ewigkeit nicht gesehen hatte. Aus Nah und Fern reisten sie an, um über die neue Rügenbrücke entweder 5 km von Altefähr nach Stralsund oder 10 km von Stralsund nach Altefähr und zurück zu laufen.
Einzigartig sollte der Lauf sein, mutmaßten wir damals. Denn die Brücke würde sicher nie wieder für eine Laufveranstaltung freigegeben werden. Doch bereits im Mai 2008 lockte die Läufer gar ein 1. Rügenbrückenmarathon über die Brücke. Im  Jahr 2009 gelang es dem veranstaltenden Sportbund der Hansestadt Stralsund, den 2. Rügenbrückenmarathon in die Feierlichkeiten des jährlichen Jubiläums zur Einweihung der Rügenbrücke zu integrieren. Am Samstag, 17. Oktober, ist es soweit.

Herausforderung in Stralsund
Nach dem Start auf der Stralsunder Hafeninsel führt es bald die Schrägseilbrücke mit ihren gigantischen Pylonen auf 46 Meter Höhe hinauf. Die Rügenbrücke hinab erreichen wir die Insel Rügen. Das Dorf Altefähr wird durchlaufen, bevor es auf dem Küstenradweg in eine Rügener Landschaft hinein geht, die von den meisten Inselbesuchern links liegen gelassen wird. Durch Feld und Flur führt die Strecke über Barnkevitz, Bessin und Gurvitz nach Rambin. Erst hinter dem Dörfchen Drammendorf ist Wendepunkt und Halbzeit. Zurück laufen wir nicht immer die Hinwegstrecke. Wo es möglich ist, wurden andere Abschnitte gewählt. Die Distanz aber bleibt: 42,2 km. Hinter Barnkevitz, direkt am Strelasund, können wir Ausblicke auf Stralsund und Rügenbrücke genießen. Von Rügen nach Stralsund nehmen wir den alten Rügendamm. So bleibt uns ein schwerer Schlussanstieg erspart und wieder ist uns eine neue Perspektive vergönnt. Unter sicher begeistertem Zuschauerapplaus laufen wir schließlich ins Ziel auf der Stralsunder Hafeninsel ein.

Wiedersehen im Oktober 2009?
Der Rügenbrückenmarathon verspricht eine aktionsreiche Veranstaltung mit verbindenden Natur- und Stadterlebnissen zu werden. Workshops, Pastaparty und Live-Musik am Hafen stehen auf dem Programm. Neben 6 km Walking werden die traditionellen 6 und 12 km Laufstrecken über die Rügenbrücke angeboten, erstmalig ist ein Halbmarathon ausgeschrieben. Also wir sehen uns im Oktober wieder. Onlinemeldungen sind bis 11. Oktober über www.ruegenmarathon.de möglich.
 
Martina Hermann von der Reitschule "Einhorn"
Viervitz. (RO) Viele Kinder träumen vom Reiten. Der Wunsch scheiterte jedoch lange Zeit am elterlichen Geldbeutel. Ein Grund, warum Martina Hermann, die selbst Mutter von sieben Kindern ist, 2006 mit dem Aufbau ihrer Reitschule „Einhorn“ in Vierwitz bei Zirkow begann. Ihr Ziel: Reiten zum Breitensport für Kinder und Jugendliche zu machen. Wer sie besucht, weiß, dass sich hier alles um den reiterlichen Nachwuchs dreht – denn „Eltern sind in der Regel zu Gast...“ bemerkt sie schmunzelnd. Papa und Mama stört das nicht,  denn ihre Kinder gehen einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nach und lernen den eigenverantwortlichen Umgang mit den 20 Pferden des Reiterhofes. Zu ihm gehört ein Streichelzoo mit Hühnern, Ziegen, Schafen, Hunden, Katzen und einem Esel. Fazit: Bei Martina Hermanns „Einhorn“ – werden Träume wahr.
 
Im Gespräch mit: Kathrin Stein

Lietzow. (RO) Im September 2008 waren die letzten Läufe zu den Deutschen Meisterschaften im Speedsurfen auf der Insel Rügen. Bei den Damen konnte sich dabei die Rüganerin Kathrin Stein gegen die Konkurenz durchsetzen. Hier das erste Interview nach der Meisterschaft.

Deutsche Meisterin im Speedsurfen: Kathrin Stein
Kathrin, Du bist Deutsche Meisterin im Speedsurfen. Was bedeutet für Dich der Titel?
Kathrin: Sicher ist es schön zu gewinnen und damit die konstante Leistung zu beweisen, aber für mich ist es erst ein Etappensieg…
Welches Ziel strebst Du denn an?
Kathrin: Ich würde gerne den Deutschen Gewässer-Rekord im Speedsurfen knacken. Derzeit liegt er bei 56,36 km/h auf 500 m. Mein gemessener Durchschnittswert liegt bei 52,69 km/h, mein Top-Speed bei 56,63 km/h – das war aber bei den Meisterschaften, wo kapplige Wellen höhere Geschwindigkeit nicht zuließen. Da ich erst seit einem Jahr beim Speedsurfen dabei bin, ist da sicher noch Einiges möglich…
Du machst uns neugierig. Seit wann stehst Du denn überhaupt auf einem Board?
Kathrin:
Angefangen habe ich als Teenager – damals aber noch auf einem Delta-Board, ohne Neoprenanzug und mit einem selbstgebauten Trapez. Ich war lange Zeit Freizeit-Surfer, später kümmerte ich mich erst einmal um meine Familie. Seit einigen Jahren surfe ich aber aktiv mit meinem Sohn Johannes – und seit 2003 bei Regatten. Damals habe ich mir auch den Traum von der eigenen Wassersportschule „Timpeltu“ auf Rügen erfüllt und unterrichte dort selbst.
Schwer alles unter einen Hut zu bringen, oder?
Kathrin:
Für das Training bieten sich gute Bedingungen vor Ort. Aber: wenn Regatten stattfinden, müssen wir uns meist auf Rügen beschränken. Das hat neben zeitlichen auch finanzielle Gründe, denn natürlich muß mit der Wassersportschule auch Geld verdient werden.
Wie sieht es denn mit Sponsoren aus?
Kathrin:
Unterstützung gibt es derzeit vom Windsurf-Club-Rügen. Er übernimmt die Startgebühren. Bei den Veranstaltungen engagieren sich regionale Unternehmen. Das Einzelsponsoring ist dagegen eher schwierig. Gefreut habe ich mich natürlich über ein Werbefoto für das schwedische Magazin „decolife“, wo es auch schon erste Gespräche zu einer Unterstützung gegeben hat. Aber vielleicht ist bei diesem Sport auch die Wahrnehmung – außer bei den regionalen Medien – derzeit noch eher begrenzt und daher noch steigerungsfähig.
Warum bedeutet Dir das Surfen so viel?
Kathrin:
Surfen ist für mich auch Freiheit und Leidenschaft. Man braucht nur seine Ausrüstung und den Wind – läßt den Alltag einfach hinter sich. Hier an der Ostsee gehört es einfach dazu – denn es ist für mich so selbstverständlich, wie beispielsweise das Bergsteigen in den Alpen.