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Sassnitz. (RO) Erst kürzlich fanden wir ein altes Kochbuch mit diesem schnellen und einfachen Rezept für einen Heringssalat. Also haben wir es ausprobiert...

Und das sind die Zutaten:
6 Matjesfilets
1 Scheibe Zitrone
2 Eier
2 EL Pflanzenöl
2 säuerliche Äpfel
2 kleine Gurken
außerdem 2 Zwiebeln
1 Bund Dill

Die Mengen reichen für 4 Personen. Für die Zubereitung benötigst Du etwa 30 Minuten... ;)
Die Matjesfilets, die sauren Gurken, die geschälten Äpfel schneiden, würfeln und mit gehäuteten klein geschnittenen Zwiebeln in eine Schüssel geben. 



Dann die hart gekochten Eier in zwei Hälften schneiden, das Eigelb entfernen, und das gewürfelte Eiweiß mit zwei Eßlöffeln Pflanzenöl und den Zutaten vermengen.


Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Um das Bräunen der Äpfel zu vermeiden, etwas Zitronensaft hinzugeben. Abschließend, gehackten Dill unter den Salat heben...


Das ganze kann man natürlich auch schön dekorieren und in Szene setzen (Danke Matthes!), also - hier nun unser Serviervorschlag:

 




Blick auf das Gutshaus von Boldevitz
Boldevitz (RO). Wer nach den Regeln der Gartenkunst gestaltete Grünflächen auf der Insel sucht, findet sie vor allem an ehemaligen Guts- und Herrenhäusern der Insel. Wir stellen Sie Ihnen vor. 

Rügen (SAS). Das Grundstück des Gutshauses Boldewitz liegt westlich von Bergen und ist von einer Baumreihe eingefasst, die im Norden aus Ulmen, Eschen und Linden besteht. Im Osten der Einfriedung finden sich dagegen Kastanien und Linden, im Süden fast nur Eschen. Der östliche Teil des Grundstücks hinter dem Gutshaus wurde als Park mehrfach umgestaltet. Heute nimmt man an, dass er im 17. Jahrhundert angelegt wurde. Vermuten ließen dies die Bestände an Platanen und einer südlich gelegenen Feldulme. Der spätere preußische Gartenbaudirektor Ferdinand Jülke (1815-1893) hat die Entstehung des Parks dem Regierungsrat Adolf Friedrich von Olthoff zugeschrieben, seine Verschönerung jedoch der Familie von der Lancken-Wakenitz.
Mitte des 18. Jahrhundert könnte er dann umgestaltet worden sein. Anlass zu der Vermutung gaben die Pflanzungen von Linden als Einfriedung für einen rechteckig angelegten Teich. Dem Zeitgeschmack entsprechend wandelte sich der Park in jedem Falle von einer barocken Anlage zu einem englischen Garten. Zeugnis dieser Veränderung waren Pflanzungen einer Gruppe aus Buche, Blutbuche, Kastanie im nordöstlichen Teil der Anlage. Außerdem einer Edeltanne, die sich östlich an die rechteckige Teichanlage schloss. Ob diese Umgestaltung jedoch die Handschrift des fürstlichen Hofgärtners Halliger aus Putbus trägt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. 

Die um 1839 errichtete Kapelle
Im 19. Jahrhundert erfolgten dann gestaltende Eingriffe durch die Familie Lancken-Wakenitz mit einem Tulpenbaum, sowie Linden und Eichen neben der um 1839 errichteten Kapelle. Ferdinand Jülke dokumentierte zudem noch das Gewächshaus, das über drei Abteilungen verfügte – „tropische, capische und neuhölländische Pflanzenschätze“. Ende des 19. Jahrhundert erfolgte dann die Anpflanzung einer Traueresche am Teich und von Magnolien hinter dem Herrenhaus. 
Der nach den Jahrzehnten des Wildwuchses nun wieder sehr gepflegte Park erfuhr eine Erweiterung nach Westen. An der Stelle des Wirtschaftshofes wurden die alten Umrisse gärtnerisch eingefasst und „heilen“ so das Gesamtbild der Anlage. Zu den Glanzpunkten zählt heute aber auch wieder die Bebauung - neben dem Gutshaus ist hier in jedem Falle die Kapelle zu nennen. Die Orangerie zeigt dagegen den Wandel der Zeit. Das außerdem um 1838 angelegte klassizistische Erbbegräbnis ist leider in den 70er Jahren abgerissen worden. Heute bietet sich das Ambiente als ideale Kulisse zum Heiraten an.    


Gustow. (RO) Ungewöhnliche Zeitzeugen können einem auf Wanderungen so ziemlich überall auf der Insel Rügen begegenen: Zum Beispiel Denk- und Sühnesteine. Aus Kalk- oder Granitstein gefertigt, lassen sie heute auch einen Blick in die Vergangenheit zu. Schon die Wappendarstellungen und Inschriften lassen darauf schließen, dass deren Anfertigung einmal eine kostspielige Angelegenheit gewesen sein musste. Und so verwundert es nicht, dass es Ihre Auftraggeber meist Adlige oder Patrizier waren.

Die eigentliche Mordwange, eine hochrechteckige Tafel, verfügt über ein rundes oder vieleckiges Kopfstück. Oft wird hier der Kruzifix oder die „Kleine Kreuzigung“ zentral dargestellt. Während zu Füßen des Kreuzes der Verstorbene zur Abbildung kommt. Vielfach ist er durch Totschlag ums Leben gekommen. Durch die Gebetsformel „misere mei deus“ wird er als die Person gekennzeichnet, für den das Mal erreichtet wurde und für den Vorübergehende ein Gebet für sein Seelenheil sprechen sollten.
Die Inschriften können sowohl in lateinisch (bei älteren Mordwangen) als auch in niederdeutsch abgefasst sein. Berichtet wird u.a. der Name des Verstorbenen, Todesdatum und Umstände – mitunter auch vom Stifter. Da die Totschläger nicht genannt werden und auch bei den bekannten Mordwangen keine Urkunden erhalten geblieben sind, ist noch unklar, ob es sich bei den Stelen um Sühne- oder Gedächtnissteine handelt. Beides ist möglich.
Zu den bekanntesten Mordwangen der Insel zählt die Stele von Gustow. Sie wurde nördlich der Kirche aus Granit errichtet. Auf der Frontseite wurden Umrisse eines Kruzifix mit zwei Engeln und davor ein kniender Mann mit Schwert auf dem Kopf eingemeißelt. Daneben befindlichen sich ein Kelch und ein Wappen mit Hausmarke.
Eine weitere Mordwange – aus Kalkstein – befindet sich an der Ostwand der Kirche von Gingst. Allerdings wurde die ursprüngliche Oberfläche abgetragen und mit einer neuen Inschrift versehen, so dass sie durch den Auftraggeber zum Grabstein für Alexander Moritz von der Osten und seine Frau Eva Barbara umfunktioniert wurde. Wer seinen Ausflug nach Gingst über Schaprode fortführt, wird auch hier fündig. Am nördlichen Dorfausgang gibt es eine hochrechteckige Wange, dessen oberer Teil als runde Scheibe mit kleinen kreisrunden Ansätzen ausgeführt wurde. Obgleich bereits eine starke Verwitterung eingetreten ist, kann noch von einer Darstellung eines Kruzifix ausgegangen werden. Die versuchte Deutung der Inschrift durch von Lemcke wird heute als nicht mehr haltbar angesehen.
Die Mordwanden sind heute als Denkmale unter Schutz gestellt. Schade ist, dass Einheimische wie Wanderer sich der Außergewöhnlichkeit dieser Zeitzeugen kaum bewusst sind und achtlos an ihnen vorüber ziehen.