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Ein Bericht von T. Seegert

Groß Zicker. (RO) Zu den sehenswerten Landschaften Rügens zählt Mönchgut. Die Halbinsel im Südosten des Eilandes ist durch seine abwechslungsreiche Vielfalt auch bei Wanderern sehr beliebt.  
Bewusst haben wir uns zu einer Erkundung der Halbinsel entschieden. Sie verdankt ihre eigenwillige Landschaft der Eiszeit und lädt mit den Höhenzügen der „Zickerschen Berge“, den schroffen Tälern und der Küste des Greifswalder Boddens zu einer Exkursion.
Unser Ziel ist dabei zunächst Groß Zicker. Das Dorf liegt unterhalb des 66 Meter hohen Bakenbergs und geht auf eine alte slawische Siedlung zurück, die man heute namentlich mit Meisenort übersetzen könnte. Linkerhand befindet sich im Ortseingangsbereich der letzte Parkplatz. Von hier aus führt uns der Weg zunächst an die Dorfkirche.

Die Kirche von Groß Zicker

Das im klassischen Backstein erbaute Gotteshaus verfügt über ein Feldsteinfundament und einen markanten Turm aus Fachwerk, welches mit Holz verschalt ist. Der Bau ist frei zugänglich und besticht durch die Schlichtheit seiner Ausstattung.
Weiter geht es auf der gepflasterten Dorfstraße, die von vielen – mit Rohr gedeckten – Häusern gesäumt wird, bis zum Pfarrwitwenhaus.

Das Pfarrwitwenhaus
Hierbei handelt es sich um ein eingeschossiges verputztes Fachwerkhaus (Sachsenhaus). Der regelmäßig zu pflegende Teil der Fachungen bietet an einer Stelle, die witterungsbedingt aufgebrochen ist, einen Blick auf die Fachung mit den Lehmstaken. Das Gebäude ist ebenfalls zugänglich.
Unsere Exkursion geht weiter durch den Ort bis zum Gasthaus „Taun Hövt“. Hier beginnt das Naturschutzgebiet Mönchgut mit seiner Teilfläche Zicker. Nun müssen auch Radfahrer auf ihren geliebten „Drahtesel“ verzichten, um einen einzigartigen Lebensraum zu schützen. Denn die Zickerschen Berge gehören zu einem der niederschlagärmsten Gebiete der deutschen Ostseeküste. So konnte ein etwa 300 ha großes Trockenrasengebiet entstehen, dass durch Beweidung und Boden (von Kreide über Sand bis Geschiebemergel) auch einen Artenreichtum hervorgebracht hat. Grasnelke, Bergsandglöckchen, Frauenflachs, Großer Ehrenpreis oder Johanniskraut – hier kann man sie finden! Ein Weg führt hinauf zu den Zickerschen Bergen. Die auf den Anhöhen befindlichen Bänke laden zu einer Rast und bieten dazu einen weiten Blick über das Land. Die Bestimmung des Kirchturms von Bergen ist genauso unkompliziert, wie das Erkennen des Jagdschlosses Granitz.
Wahlweise lässt sich der Weg nach Gager oder der Weg zum Nonnenloch und Svantigard - am Zickerschen Höft – einschlagen. Beide Wanderwege haben ihre Reize. Wir haben uns letztlich für den Weg zum Nonnenloch entschieden. Wohl, weil andere Wanderer meinten, dass sich hier in grauer Vorzeit die Nonnen aus Bergen mit den Mönchen der Halbinsel verabredet hätten. Die Geschichte klang gut und die Landschaft hatte uns mit ihren Reizen belohnt...

Blick über Groß Zicker nach Klein Zicker
Geübten Wanderern kann auch eine Umrundung des Zickerschen Höft´s empfohlen werden. Dies ist allerdings auch von der dafür benötigten Zeit abhängig. Wir denken, eine Wanderung vom Parkplatz direkt zum (ausgeschilderten) Bakenberg, den Kammweg über die Zickerschen Berge in Richtung Nonnenloch und zurück nach Groß Zicker erfüllen mit 8 Kilometern auch anspruchsvollere Wanderer. Dies liegt aber immer im Ermessen des Aktiven. Zu bedenken ist, dass in jedem Falle – durch die sandigen Auf- und Abstiege – an festes Schuhwerk gedacht wird. Eine Rast sollte, wie beschrieben, vorgesehen werden. Dann steht auch dem Erlebnis einer Erkundung nichts mehr im Weg.   
Ein Bericht von T. Seegert

Putgarten. (RO) Wer trotz Graupelschauern und eisigem Wind etwas wandern möchte, dem sei das Kap Arkona empfohlen. Mit einer ausgebauten Infrastruktur, die das unproblematische Parken ermöglicht, und einem leichten Wanderweg lässt sich auf gesicherten Wegen ein Stück Natur genießen. 
Nach unserer Ankunft auf dem Parkplatz Putgarten, geht es zunächst durch den Ort. Vorbei am Rügenhof und dem Helene-Weigel-Haus (Dorfstraße 16) grüßen bereits die beiden Leuchttürme des Kaps aus der Ferne. Bedingt durch den asphaltierten Weg, der uns zu diesem ersten Ziel führen soll, und dem nur geringen Anstieg, ist die Strecke von etwas über 1,5 Kilometern auch für Ungeübte keine große Herausforderung. Anders sieht es schon mit dem Aufstieg zu den beiden Leuchtfeuern der Türme aus. In der Zeit von 11-16 Uhr lassen sich die Treppen nehmen und bieten dem Wanderer am Ende der Mühe einen fantastischen Blick über die alte Feste, die Jaromarsburg, und das „Windland“. Hier in luftiger Höhe bläst der Wind allerdings noch schärfer als zu ebener Erde. Unser Weg führt uns als Nächstes vorbei am Peilturm.

Foto vom Wall der Feste zu den Leuchttürmen von Arkona
Leider wurde der Zugang zu den Wallanlagen gesperrt, aber: „Sicherheit geht nun einmal vor!“ Einen Eindruck kann man sich dennoch verschaffen, wenn man direkt am Wanderweg nach Vitt ein Stückchen den Hang des Außenwalls heraufkraxelt und seinen Blick zurück auf die Leuchttürme schweifen lässt. Der Weg ins alte Fischerdorf ist etwa 2 km lang.

"Sehvögel" wohin das Auge schaut... ;)
„Möbliert“ wurde er mit verschiedenen Holzskulpturen die unsere Fantasie anregen und für das eine oder andere Foto sorgen. Natürlich ist auch der Abstieg zum Strand über eine Treppe möglich. Dies ist allerdings gerade im Winter nicht ungefährlich und sei an dieser Stelle nicht empfohlen. Kurz vor Vitt macht der Weg eine Wendung nach rechts. Wir entscheiden uns allerdings für den Uferweg ins Dorf.

An diesem Dorf liefen die Schweden bei ihrer Inselbesetzung vorbei: Vitt.
Vor uns liegt schon bald eine kleine Schlucht, in dessen Sohle Vitt liegt. Einst war der Ort so schwer einzusehen, dass selbst die schwedischen Truppen es vergessen hatten, zu erobern. Erfreulich ist, dass sich das Dorf – im Gegensatz zu vielen anderen Orten Rügens – seinen Charakter bewahrt hat. Und: Auch wenn die Gaststätte „Zum goldenen Anker“ ihre Winterpause eingelegt hat, so lohnt sich doch ein Gang zum Wasser.

Noch gibt es den Fischfang. Fangfrisch wird die Ausbeute geräuchert.

Hier liegen noch einige Fischerboote. Sie erinnern daran, dass einst der Fischhandel mit Heringen diesen Ort entstehen ließ. Unser Blick ist auf das Kap und den nur mit seiner Spitze sichtbaren Peilturm gerichtet - ein beliebtes Fotomotiv. Nun führt uns der Weg zur Kapelle von Vitt, ein stärkerer Anstieg.

Die Kapelle von Vitt: Nur wer vor die Tür tritt kann die Heringsströme sehen.

Die Lage des achteckigen Baus – er thront über dem Ort und lässt einen freien Blick auf die Ostsee zu – hat seine Bedeutung, denn Gottesdienste wurden mit dem Ruf: „De Hiring kümmt!“ beendet. Dann stürmten die Fischer durch die Schlucht an den Strand, sprangen in die Boote und jagten den Fischen hinterher. Wir können es uns gut vorstellen.   
Nun sind wir fast am Ende unserer Wanderung angelangt. Nur 1km trennt uns noch von Putgarten, dem Ausgangspunkt. Vorbei an Sanddornsträuchern grüßen schon die ersten Häuser mit ihren grellbunten Giebeln rechterhand – was sich wohl deren Eigentümer bei der Farbwahl gedacht haben?
Für die Wanderung sollte man etwa eine Stunde einplanen, mit dem Besuch der beiden Leuchttürme ruhig etwas mehr. Übrigens, auf Wittow bieten sich außerdem auch noch Wanderungen durch die Kreptitzer Heide und auf dem Bug an.        

Ein Bericht von Dirk Liedtke

Stettin. (RO) Nach dem Vilmschwimmen geht es auf die motorisierte Asphaltpiste. Wir kommen gut durch und rüber nach Stettin in Polen. Das zentrale Hotel Raddisson blue am Plac Rodla müssen wir erst auf Englisch erfragen, zu bunt ist das Reklamebild. Jan und Rudi sind schon dort, angereist mit dem Bus und einer Reisegruppe aus Hannover. Für uns hat das Jan organisiert. Er ist ja in Polen geboren und der Sprache und Gepflogenheiten mächtig. Und wir wollten ja schon immer mal in Polen zusammen laufen. Sie haben schon ein kurzes Einlaufen in der Gruppe im Park hinter sich. Jetzt gehen wir ein bisschen shoppen. Wir schauen, was es so gibt und was so los ist.
Polen hat sich gemausert. Moderne Geschäfte und chic zurechtgemachte Frauen. Aber letzteres war wohl schon immer so. Ein Ost-Touch kommt noch herüber – von wegen der traditionellen Küche, der Architektur und natürlich der Sprache sowie der Gepflogenheiten.
Abends gehen wir in der Gruppe durch den Park zum Oderufer hin. Schöne Ausblicke von der Anhöhe laden zum Fotografieren ein. Das Restaurant Columbus ist ein maritim moderner Laden. Ich bin erstaunt, dass es in Polen original Pilsener Urquell aus Tschechien gibt. Vom Fass! Für mich ist klar, was ich trinke. Die Organisatoren Klaus und Marian halten es ebenso. Andere trinken Tee oder Radler, wenig Alkohol vor dem Wettkampf.
Das mit dem Essen zieht sich hin, gut dass wir morgen ausschlafen können. Bei vielen sind Nudeln angesagt. Jan bekommt traditionelles Gulasch in Pfannenkuchen. Rudi und ich stehen auf Steak mit Kartoffeln.
Auf dem Rückweg zum Hotel treffen wir einige angetrunken und weiter feiernde junge Leute. Die ziehen wohl zur Disco, deren Musik zu uns vom gegenüberliegenden Oderufer herüber schallt. Wir gehen gegen Mitternacht brav schlafen.
Anderntags ordentliches Frühstück. Nur nicht zu viel Bacon and Eggs, das später der Magen nicht rebelliert. Mit dem Bus fahren wir in Richtung Start. Der in Polen geborene Marian gibt uns letzte Hinweise zum Lauf. Klaus heizt uns stimmungsvoll auf dem Akkordeon ein: Aus Böhmen kommt die Musik – Pilsener Urquell lässt grüßen.

Mit dabei: Jan, Dirk & Rudi
Gut gelaunt langen wir am modernen Stadion Floriana Krygiera an. Hier ist schon einiges los. Kinderläufe werden ausgetragen, eine kleine Sportmesse und ein Schaschlik-Grill laden ein. Wir schauen uns um, suchen dann den Schatten, laufen auf der Kunststoffbahn ein, lassen uns von Gabi fotografieren.
Pünktlich mittags um 12:00 Uhr der Startschuss im Stadion. Das sommerlich warme Wetter ist unsere erste Hürde. Rudi hat sich in der Mitte des Feldes eingereiht. Jan und ich weiter hinten. In dem 1 300 Starter zählende Feld geht es zunächst eng zu. Jan hält sich hinten und ist froh, nach einer Fersenverletzung heute überhaupt laufen zu können. Ich suche in forscheren Rhythmus den Weg nach vorn, zu Rudi.

Schon mal üben: Der Zieleinlauf... ;)

Schön, dass es hier Pacemaker mit gelben Luftballons gibt. So setze ich mich von 2:15 über 2:00 bis zu 1:50 durch. Da sehe ich Rudi. Bei km 6 bin ich an ihm vorbei – Der gelbe Luftballon 1:45 ist das Ziel.
Doch auch der zweimal zu absolvierende Stadtkurs wartete mit einigen Ansprüchen auf. Der Asphalt ist teils uneben, einige Passagen führen über Pflasterstein und es gilt Straßenbahngleise und Bordsteinkanten zu überqueren. Dazu ist die Strecke selektiv. Was es anfangs hinab geht, muss zum Ende jeder Runde wieder hinauf gelaufen werden.


Jan ist in der Gruppe unterwegs
Ausgangs der ersten Runde kommen Zweifel auf. Das bisherige Pensum hat mich geschlaucht und ich glaube nicht mehr die 1:45 zu knacken. Immerhin laufe ich am Anstieg zum Stadion am Reisechef Klaus vorbei. Auch er schnauft sich den Hügel hinauf. Zur Halbzeit steht Gabi mit der Kamera bereit, dann ein euphorischer Stadiondurchlauf. Nebenan kommt gerade ein Handbiker unter tosendem Applaus ins Ziel. Stadionausgangs gibt es Wasser und eine halbe Banane. Weiter geht’s mit Part two.
Interessant, dass die Strecke teils über Hin- und Rückwege führt. So kommen einem erst die schnelleren und dann die langsameren entgegen. Vorne zwei Kenianer, dann ein Pole und dahinter wieder ein Kenianer. Bei den Frauen liegt auch eine Kenianerin vorn.
War es die halbe Banane, das reichlich gereichte Kühlwasser oder die gute Stimmung im Feld und an der Strecke. „Bravo, bravo!“, halt es oft und das spornt an. Plötzlich läuft es wieder rund. Der Ballon 1:45 kommt in Sicht und bleibt mein Ziel.
Gegenüber sehe ich kurz Rudi, der über Pflastersteinstraße dampft. Dann kommt mir Jan entgegen und grüßt nett herüber. Er hält sich beim 2:15 Luftballon. Ich grüße zurück und konzentriere mich auf die letzten km.
Bei km 18 bin ich dran am 1:45 und laufe vorbei. Mein Rhythmus stimmt und auch die letzten Anstiege laufen locker. Toller Einlauf auf der Kunststoffbahn unterm Zieltor: Meta. Gleich gibt es Wasser, Banane und eine nudelhaltige Gemüsesuppe. Rudi und Jan kommen auch wohlbehalten an.
Unser einiges Fazit: „Das war eine tolle Veranstaltung und ein schöner Ausflug.“ Zu den 15 Euro Startgeld gehörte neben einigen Nettigkeiten auch ein Funktions-Finishershirt, was wir gern in Erinnerung tragen werden.

(Platzierung: 334. Platz, 1:43:25 h, 69. Platz M 40 - 49)