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Abgepumpt & im Schlepp: Die "Siddhartha (Foto: DGzRS)

Greifswalder Oie. (RO) Zu einer gefährlichen Situation auf See kam es am 9. September 2016 südlich der Insel Rügen. Ein zu einem Segler umgebauter ehemaliger Fischkutter erlitt einen Wassereinbruch. An Bord: 4 Segler. Da blieb den Seenotrettern der "Eugen" auch keine Zeit mehr für den Nachmittagskaffee. Nun mußte zügig gehandelt werden. Also ging es mit 22 Knoten - etwa 41 km/h - zur gefährdeten - etwa 15 Meter langen - "Siddhartha".
Hier stand die Besatzung bereits kniehoch im Wasser und auch der Motorraum war bereits verqualmt, weil die Maschine Wasser gezogen hatte. Erst mit dem Einsatz zweier leistungsstarker Lenzpumpen der Seenotretter ließ sich aber die Situation wieder unter Kontrolle bringen und der Wasserstand begann zu sinken.
Trotz unruhiger See und bei westlichen Winden der Stärke 3 bis 4 - bis zu 28 km/h - schleppten die Seenotretter nun den ehemaligen Kutter bei geringer Geschwindigkeit sicher in den Hafen von Freest. Alles in allem: Die Segler hatten Glück gehabt, denn ihr Schiff hätte auch verloren gehen können.


Juliusruh. (RO) Wer nach den Regeln der Gartenkunst gestaltete Grünflächen auf der Insel sucht, findet sie vor allem an ehemaligen Guts- und Herrenhäusern der Insel. Wir stellen Sie Ihnen vor. 
Erinnerung an Julius von der Lancken
Zu den ehrgeizigsten Park-Projekten, die auf der Insel Rügen realisiert wurden, gehört sicher Juliusruh. Auf einer mit Gras bewachsenen Dünenlandschaft ohne Baum und Strauch, unwegsamer und sumpfiger Heide, den orkanartigen Stürmen der Ostsee preisgegeben, plante Julius von der Lancken einst einen Landsitz zu errichten. Und, obgleich Julius von der Lancken frühzeitig als Phantast galt, machte er sich unbeirrt daran, seine Vorstellungen auch umzusetzen. Nachdem unzählige Fuhren an Dung den fruchtbaren Boden endlich geschaffen hatten, begann der junge Adlige 1795 mit der Anlegung großer Gartenanlagen und hübscher Bauten. Allerdings war der Aufwand enorm. Noch Jahre nach der erfolgten Bepflanzung musste er in jedem Frühjahr den durch Sturm eingetragenen Dünensand herauskarren lassen. Und auch die Umsetzung der Bebauung ist wahrscheinlich nie vollständig zu Ende gekommen.
Schon im Jahre 1803 sah sich Julius von der Lancken gezwungen, seinen gesamten Besitz zu veräußern. Da sich selbst ein Verkauf als schwierig erwies und auch eine Lotterie scheiterte, gab es nur einen Ausweg: Der Verkauf an seinen Lehnsvetter Philipp, Karl-Rickmann von der Lancken, der auch seine anderen Güter erwarb.
Jedoch verlor die künstlich geschaffene Anlage schon bald an Bedeutung und Funktion. Der Park  verwilderte und das Gutshaus war schon bald nicht mehr bewohnbar. 1820 wurde es abgetragen. 1831 verstarb Julius von der Lancken in Berlin.
 
Historischer Plan der Parkanlage
Etwa um das Jahr 1862 sollen dann die 45 Grad zur Hauptallee verlaufenden Wege angelegt worden sein. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Grund und Boden bereits im Besitz des Klosters St. Annen-Brigitten zu Stralsund. Dieses genehmigt später auch dem örtlichen Badeverein die Anlegung eines Weges von Breege zum Strand von Juliusruh, der 1884 vollendet wurde. Seit dieser Zeit wurde der Park hauptsächlich forstwirtschaftlich genutzt. Nachdem zunächst die Wirtschafts- und Interessengemeinschaft „Ostseebad Juliusruh-Breege“ den Strand und den Park vom Kloster pachtete, folgte ihm die Gemeinde Breege. Nach dem zweiten Weltkrieg ging die Rechtsträgerschaft zunächst an den Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb, dann jedoch ab 1964 an die Gemeinde. 1991 kam es dann zu einer umfassenden Rekonstruktion des Parks von Juliusruh. Seit dem 200. Parkjubiläum erinnert der Gedenkstein mit einem neuen Wappen an Julius von der Lancken. Die rötliche Einfärbung der Wege auf dem historischen Plan zeigt, welche Ursprünglichkeit dem Park noch gegeben ist. Ein Besuch lohnt sich! 



Ummanz. (RO) Rügen bietet mit seinen zahlreichen Schiffsverbindungen zu anderen Inseln schöne Tagesausflüge für die ganze Familie. Für das Erreichen von Ummanz können Sie allerdings auch das Auto oder - noch besser(!) - das Rad benutzen.

Kartenausschnitt
Vor der Westküste Rügens gelegen, ist diese nur 19,7 qkm große Schwesterinsel immer noch eine Empfehlung für Besucher, die Abgeschiedenheit schätzen. Die Insel, die sich lange Zeit im Besitz des Stralsunder Klosters Zum Heiligen Geist befand, war einst nur mit Kähnen erreichbar. Heute ist allerdings die unkomplizierte Zufahrt über eine etwa 250 Meter lange Brücke möglich. Sie wurde 1901 von der Halbinsel Lieschow aus errichtet und 1955, wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens, vollständig umgebaut. Dadurch erreichen Besucher als erstes den alten Kirchweiler Waase am südöstlichen Rand der Insel. Das Ortsbild wurde nachhaltig durch die alten Bauernhäuser und die Backsteinkirche (mit seiner sehenswerten Ausstattung) geprägt. Unser Fazit: Waase ist der ideale Ausgangspunkt für eine Expedition.
Wir wollen die Insel umrunden. Ein Feld-, dann Spurplattenweg, führt uns nach Tankow. Hier bietet sich gerade im Herbst die Gelegenheit, Kraniche beim abendlichen Anflug und morgendlichen Abflug zu beobachten. Interessant: Die Region gehört zu den bedeutendsten Kranichrastplätzen Mitteleuropas. Weiter geht es ein Plattenweg nach Westen in Richtung Haide entlang, anschließend durch den Ort und auf dem Deich in Richtung Suhrendorf. Ummanz, soviel wird deutlich, ist eine sehr flache Insel, die sich nur an wenigen Stellen mehr als 3 Meter über den Spiegel des Boddengewässers erhebt. Ein Grund dafür, dass die Bewohner in der Vergangenheit mehrfach mit Hochwasser und Sturmfluten kämpfen mussten. Das hinter dem Deich befindliche Land wird häufig als Weidefläche – u.a. für die pommerschen Landschafe - genutzt. Wasserseitig hat es sich zum Eldorado für Kitesurfer entwickelt. Die aufkommenden Herbstwinden lassen die bunten Schirme tanzen und ziehen die Kiter mit ihren Boards durch das Flachwasser.


Verträumtes Dasein: Sachsenhaus am Freesenort
Eine Rast empfiehlt sich im unweit entfernten „Surfhostel Rügen“. Nach einer kleinen Stärkung geht es weiter zum „Ostseecamp Suhrendorf“. Mit dem zu DDR-Zeiten begehrten Zeltplatz hielt 1962 auch der Tourismus auf Ummanz Einzug. Noch heute halten ihm übrigens vor allem Camper aus der Tschechei die Treue. Längst sind es ihre Kinder und Enkel, die als Wassersportler schöne Tage an der Ostsee suchen.
Noch ein Tipp: Von einer Erhöhung am Strand kann man auch den gegenüberliegenden Südteil Hiddensees, den Gellen, bei guter Sicht auch das Ostende von Zingst und den oft überfluteten Bock sehen. Auch die Anzahl der Wasservögel, die bei Freesenort und Heuwiese ihre Brutgebiete haben, nehmen nach Süden hin zu. Über die asphaltierte Straße geht es durch Wusse wieder nach Waase. Wir empfehlen die Insel Ummanz vor allem Wanderern und Radfahrern. Viele Entdeckungen sind möglich!